Fiction

Was mir an fiktiven Welten schon immer gefiel, ist ebendas, was mich immer wieder am wissenschaftlichen Arbeiten fasziniert: die Möglichkeit, fremde Perspektiven einzunehmen. Als intellektuelle Horizonterweiterung, ja, aber auch als emotionaler (fast schon sublimierender) Trost – »balm for the ache of a toiling mankind.«

Nicht nur, dass sich kluge Gedanken zu fast jedem Aspekt eines Themas finden lassen. Die Pluralität der Zugänge und Erklärungsansätze mindert ansich schon die Schlagkraft des jeweiligen Problems; bricht das Problem in Teile auf, die einzeln besser zu verstehen und einfacher zu lösen scheinen. Die Klimakrise bleibt kein unantastbares Hyperobjekt, der Mensch nicht hilfloses, auf sich gestelltes Wesen.

Ein Satz, fĂĽr den ich immer wieder dankbar bin: »Lassen Sie sich nicht einreden, dass wir hier keine harte Wissenschaft betreiben.« Aber ebenso muss ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen: »Vergiss nicht, wie sehr Texte nicht nur dein Denken, sondern dich prägen.« In diesem Sinne freue ich mich auf ausgedehnte Haraway-LektĂĽre in den nächsten Monaten.