The Life Pursuit this is the honest sound of coming down

Beständigkeit online

Im Zuge von Musikstreaming-UX-Enttäuschungen hatte ich in letzter Zeit oft die Frage nach Beständigkeit für Apps, Websites und Software (inkl. OS) im Kopf. Nachdem Spotify mir vor ein paar Wochen alle meine zigtausend heruntergeladenen Songs in eine Playlist namens »Songs you like/love/heart/whatever« packen musste und ich von meinem Purismus nicht ablassen wollte, habe ich mal wieder Apple Music ausprobiert. Und Apple schafft es tatsächlich immer noch, mir Alben in der Mediathek komplett zu zerschießen – was im besten Fall zu einer Dopplung des Albums führt, im Schlimmsten zum Auftauchen irgendwelcher Best ofs und sonstiger Compilations. Ergo, beides einfach nur schlecht. I mean, come on!

Die großen zwei Anbieter sind also keine Option mehr. Über kleinere wollte ich mich nicht informieren, also habe ich beiden gekündigt und alte mp3s zusammengekratzt. Ein paar Alben hatte ich tatsächlich noch auf meinem Laptop. Außerdem konnte ich meine alten Käufe bei Amazon und iTunes runterladen. Dazu habe ich dann noch das fantastische Titanic Rising von Weyes Blood gekauft, auf das ich nicht verzichten wollte. Und schließlich alles via iTunes – like an animal – auf mein Handy gezogen.

Jedenfalls macht es doch einen subtilen Unterschied in meinem Alltag, dass mir jeden Tag nur die selbe Auswahl an Musik zur Verfügung steht. Irgendwie auch ganz befreiend, dass mein Musikabspielprogramm mir nicht konstant tolle neue Musik unterjubeln will. Aber um zum größeren Punkt zurückzukommen: Ich bin inzwischen auch etwas dankbar dafür, dass auf iOS die Systemapps nur einmal im Jahr groß verändert werden – und nicht wie bei Spotify und anderen großen Apps alle paar Wochen. Zum Glück nutze ich nicht mehr so viele von diesen A/B-Testing-Apps, aber unnötige Änderungen gibt es trotzdem noch alle Nase lang. Letztes Beispiel dafür ist Headspace, die ihre Typo verändert (wohl eher: standardisiert) haben, was mich immer noch irritiert, wenn ich die App starte.

Insgesamt hätte ich nichts dagegen noch viel von mehr meiner persönlichen Arbeitsweise (Workflows, Skripte, Window Management等等) auf langfristige Konsistenz hin auszurichten und nicht alle paar Wochen shiny new stuff auszuprobieren. Immerhin habe ich diesen Sommer die Betas von iOS und MacOS nicht installiert.