The Life Pursuit this is the honest sound of coming down

Dezember 2018

  • neue Fernostwärts-Folgen:
  • viele Diners
  • viel Sonnenschein (leider mit teils eisig kaltem Wind)
  • viele Prüfungsleistungen
  • Schnee in Nanjing
  • Streichelzoo is all around
  • Wenn ihr einer Person eine Freude machen wollt, nehmt viele Sprachnachrichten auf, in denen Bekannte und Unbekannte der Person sagen, daß es voll schade ist, daß sie nicht da ist – auf unterschiedlichen Sprachen 😊 (dankedankedanke Daniel, Katharin, Merle!)
  • Nachdem ich diesen Herbst wieder ein bisschen auf Instagram unterwegs war, hab ichs diesen Monat wieder gelöscht. Ein paar spezifische Kritikpunkte daran hab ich, aber ausschlaggebend war doch die erneute Erkenntnis, das social media mir einfach nicht gut tut ¯\_(ツ)_/¯

Es folgen noch zwei Buchbesprechungen, irgendwie mußte ich meine Gedanken dazu wohl noch loswerden…

Aleida Assmanns »Im Dickicht der Zeichen«

Schöne Sammlung historischer Ästhetiktrends, was laut ihr ganz viel mit Foucaults Untersuchungen in Die Ordnung der Dinge zu tun hat – und das stimmt auch, aber die Beziehungen, die sie aufstellt, lässt sie in ihrer Bedeutung dann doch im Trüben; und die impliziten Parallelen wie die »Signaturen« der Renaissance-Zeit greift sie erst gar nicht auf. Viel verständlicher als Foucault selbst, aber leider auch keine richtige Einführung in die geisteswissenschaftliche Archäologie. Eher eine unterbestimmte Anwendung dieser Methode. Aber ich mag auch einfach keine literaturwissenschaftliche Untersuchung (und das sind Assmanns Essays dann doch zum größten Teil) mehr lesen, in denen angeblich irgendwie Foucault zum Tragen kommen soll, aber der Text sich dann mit Foucault im Literaturverzeichnis begnügt und nichts seiner Theorien konkret aufgreift. Dies wiederum geht im konkreten Falle als Kritik zu weit: Assmann geht anfangs schon detailliert auf Foucaults Wissensarchäologie ein und legt ihre Kritikpunkte daran dar. Nur kommt sie dann in den folgenden Texten, die diese Kritikpunkte untermauern und verdeutlichen sollen, nie wieder auf diese theoretischen Aspekte zu sprechen – mit solcher Implizitheit kann Leser*in natürlich umgehen, aber ich finde ihre Argumentation eben weder sehr klar noch komplett richtig und frag mich, inwieweit das an Implizitem liegt, das ich falsch lese oder an Assmanns Argumentation selbst. Say what you mean.

Thomas Manns »Doktor Faustus«

Endlich! Endlich ein Buch von Mann, das ich nicht nach den ersten 50-100 Seiten gelangweilt bei Seite legen musste. Und dabei rede ich noch nicht mal von den Buddenbrocks. Ich glaube früher, sehr viel früher, hatte ich mal Tod in Venedig und den Zauberberg angefangen, aber konnte wirklich nicht viel damit anfangen (*badam*). Faustus hingegen konnte früh durch den Erzähler überzeugen und die Sprünge desselben zwischen den letzten zwei Kriegsjahren im nationalsozialistischen Deutschland und der Lebenszeit, der Lebenszeiten Adrian Leverkühns. Ich weiß nicht recht, wie ich’s möglichst simpel und ohne Ironie schreiben kann, aber: ein unheimlich gutes Buch. Insbesondere, da der Teufel Goethe zitiert.

Interessant finde ich die Parallele zwischen Hesses Glasperlenspiel, das sozusagen ja auch das Exil – vielleicht muss man sagen, nicht nur das persönliche Exil, sondern den Auszug der bürgerlichen Bildung überhaupt – verhandelt, indem die Musik ins Zentrum der Erzählung rückt.


So, nun hör ich weiter The Suburbs von Arcade Fire, überleg mir blöde Grunde, warum 28 ne schöne Zahl ist und geh Joggen. Frohes Neues, everyone ☀️

the cutest little kitten in a fluffy hat