The Life Pursuit this is the honest sound of coming down

The Obvious Child

Seit ich Sonntag Vormittag vollkommen übermüdet (im Flieger habe ich so wenig wie sonst selten auf einem Langstreckenflug geschlafen, wahrscheinlich nicht mal eine halbe Stunde) in Nanjing ankam, sind nun auch schon wieder drei ganze Tage verstrichen. Und am letzten der drei, heute, waren die Schlangen bei der Einschreibung für Auslandsstudierende auch endlich nicht mehr ganz so lang und bewegten sich fast schon im Schnecken-auf-MDMA-Tempo vorwärts. So bin ich nun endlich im Besitz eines chinesischen Studierendenausweises, eines Stundenplans für meinen Sprachkurs – und einer Bleibe für das nächste halbe Jahr. Denn da ich heute bestätigt bekam, frei zwischen den zwei Campussen (mir fällt gerade ein, daß ich auf genau diesen Plural vor vier Jahren in Peking hinwies) der Nanjing Unversity wählen zu können, entschied ich mich für den Standort außerhalb der Innenstadt, da ich dort auch noch andere Kurse (something something conceptual history something) belegen werde und mir so unter der Woche leidiges Pendeln hoffentlich erspart bleibt (leidiges Pendeln zu privaten Zwecken, um Leute zu treffen oder um auszugehen, wird mich sicher das Semester über begleiten). Jedenfalls bin ich nach der erfolgreichen Einschreibung und des mißglückten Versuchs, ein Bankkonto zu eröffnen (nicht alle benötigten Dokumente dabeigehabt), mit den U-Bahn Linien 4 und 2 aus der Kernstadt raus in Richtung Osten gefahren und an der U-Bahn Station des Xianlin-Campus’ ins erste Maklerbüro spaziert. Gute zwei Stunden später war der Mietvertrag für ein Zimmer mit Bad en suite unterschrieben und meine neue Residenz der Polizei gemeldet. Morgen ziehe ich ein.


In einer Ecke meines Kopfs schwirren irgendwo noch weitere, ganz andere Gedanken zu diesen ersten Tagen herum, aber es gab so viele Dinge zu händeln und so viel Plausch zu plauschen, daß ich vieles noch nicht sortieren konnte; Spaß macht es hier allemal.


Nächstes Ziel: Beim Mietzahltag im Dezember eins von den coolen Kids sein, das per App bezahlt und nicht mit Cash.


Und fürs Techniktagebuch: Um meine Adresse bei der Polizei zu registrieren, sollte ich per WeChat einen QR-Code scannen und selbst die Daten eintragen. Das ging allerdings nicht, weil sich das Formular immer an einer bestimmten Stelle aufhängte und dann nur noch der Zurück-Button funktionierte. Also musste die (Paperwork gegenüber wohl eher abgeneigte) Polizeiangestellte die Daten selbst eintragen – in ein IE-Fenster auf – ich glaube – WinXP, in dem eine lokale Adresse (10.x.y.z) aufgerufen war. In der virtuellen Akte war auch das Bild zu sehen, daß bei der Einreisekontrolle Sonntag Vormittag von mir gemacht worden war.