The Life Pursuit this is the honest sound of coming down

Eigenwerbung: Fernostwärts #38 über Bilaterales Hacking

Nach langer Zeit bin ich endlich mal wieder in einer Fernostwärts-Folge zu hören. Die schlechte Tonqualität in der ersten Hälfte sollte nicht etwa nostalgische Gefühle wecken, wir hatten leider kleinere Probleme mit der Aufnahme. Dafür ist das Thema umso interessanter: Bloomberg berichtete von winzig kleinen Chips, die in China auf Server-Hardware angebracht wurden, um die US-amerikanischen Endkunden der Server abzuhören; aber derzeit deuten alle Zeichen darauf hin, dass Bloombergs Artikel aus einigen Mutmaßungen eine reißerische, übertriebene Story zusammenflickte.

Im zweiten, etwas besser klingenden, Teil der Folge sprechen Katharin und ich schließlich über Hacking-Angriffe auf die USA in den vergangenen Jahren, die der VR China zugeschrieben werden.

Lektüre, September 2018

Meine beste Anschaffung dieses Jahr war ein Kindle. Schon lange habe ich nicht mehr so viel und und vor allem an so vielen Orten gelesen.

Die Fractured Europe-Trilogie von Dave Hutchinson

Auf Empfehlung von Adam Roberts, auf dessen Empfehlung hin ich so ziemlich jede englische Fiction lesen würde. Sehr unterhaltsame SciFi-Trilogie, im November kommt ein vierter Band raus.

Getting Things Done von David Allen

Jaja, das musste jetzt endlich mal sein. Hochgradig unterhaltsam wegen den Beispielen (quasi immer »drive your kids to the Polo club« oder »have your secretary prepare something«), aber tatsächlich ein paar ganz spannende Ideen zur Selbstorganisation.

Creative Selection von Ken Kocienda

Pfffff, langweilig? Also nicht trocken, aber irgendwie nicht gut geschrieben und teils sehr abstrus, wenn er versucht, Erfolgsregeln aufzustellen. Schnell gelesen, bei Interesse an Apple, why not.

The Overstory von Richard Powers

Wunderschön! Davon habe ich erst gut 1/4 gelesen, aber kann es jetzt schon uneingeschränkt für Leute mit halbwegs grünem Daumen empfehlen. Jedes Kapitel erzählt die Geschichte von Protagonist*innen und deren Verhältnis zur Natur. Liest sich besser als meine Zusammenfassung klingt!


Und als Empfehlung zum Schluss noch ein taz-Artikel über Jugend, Gewalt und Rechtsextremismus in Ostland:

Teach us to sit still

Am Anfang des Sommers hatte ich zum ersten Mal über Meditation geschrieben und das ist nun auch schon einige Monate her. Genügend Zeit, um nochmals ein kleines Resumée meiner Meditationspraxis zu ziehen.

Day in, day out

Täglich zu meditieren hat seit dem ersten Artikel tatsächlich weiterhin durchweg gut funktioniert. Ich habe in meiner Todo-Liste auch täglich einen Eintrag dafür (um mich vor allem am Wochenende, wenn der Tagesrhythmus variabler ist als wochentags, dazu zu zwingen), aber vergessen tue ich es eigentlich nicht mehr. Meditieren ist inzwischen morgens fast schon so selbstverständlich wie Zähneputzen.

Einen Aussetzer gab es jedoch neulich, denn nach einem laaaangen KTV-Abend war ich am nächsten Tag so durch, daß ich nicht meditieren wollte, einfach weil ich das Gefühl hatte, es würde sowieso nicht funktionieren und liefe bloß auf im Schneidersitz verkatert sein hinaus. Den einen Tag Pause habe ich danach aber in den Tagen danach nicht negativ wahrgenommen, also scheinen ab und zu ungeplante Unterbrechungen des täglichen Rhythmus kein Problem zu sein. Dennoch habe ich manchmal das Gefühl, daß meine Bereitschaft und mein »Erfolg« beim Meditieren stark fluktuieren.

Sometimes you’re the windshield

Ich nutze zum Meditieren immer noch Headspace. Allerdings bin ich in den letzten Wochen etwas unzufrieden mit den Lektionen, die ich darin nutze. Zurzeit bin ich an den fortgeschrittenen Übungen, die an sich auch ganz gut sind, aber irgendwie höre ich bei den einleitenden Sätzen einer Sitzung nicht so wirklich genau zu und kriege dann nicht mit, was genau darin geübt wird und warum. Gefühlt sagt die ruhige Anleitungsstimme in meinem Kopf jeden Morgen etwas anderes: »Heute achten wir auf Ablenkungen/Übergänge/blablabla und tragen das dann alles schön weiter mit in den (All-)Tag«. Ich wäre gerne mehr ins Programm eingeweiht, so eine kleine Zusammenfassung oder Mindmap dieser ganzen Übungen wäre hilfreich, denn so habe ich das Gefühl, eigentlich besser zu den einzelnen »Guided«- oder »Unguided«-Sitzungen greifen zu sollen, denn bei denen geht es ja nur um Übung, nicht um neue Lerninhalte.

Beobachtung zweiter Ordnung

Was überall zu diesem Thema gesagt wird, aber hier trotzdem nochmal wiederholt werden muss: Es geht beim Meditieren nicht darum, schlechte Gedanken oder Gedanken an sich abzuschalten und reglos vor sich hin zu vegetieren (zumindest auf dem Niveau, um das es mir hier geht, ymmv). Vielmehr sollen Gedanken und Gefühle nicht aktiv erlebt werden, sondern aus einer Beobachtungsposition heraus wahrgenommen werden. Also anstatt »ich bin wütend« zu sein, sollte »ich fühle mich wütend« wahrgenommen werden. (Über die exakte Formulierung lässt sich sicher streiten). Das psychische System wird also unterteilt in Beobachtungs-Ich und Erlebnis-Ich, wobei letzteres der Umwelt des Beobachtungs-Ichs zuzurechnen ist. Man lernt, seine Gefühle und Erlebnisse als getrennt von einem selbst zu sehen und dadurch besser mit ihnen umzugehen. »You’re the sky, not the weather.« Ich würde gerne endlich mal Kahnemann’s Thinking, Fast and Slow lesen und schauen, ob sich die Unterscheidung zwischen System 1 und System 2, die er beschreibt, auch irgendwie auf Meditation anwenden lässt.

Einfach machen

Falls das hier jetzt jemand gelesen haben sollte und mit dem Gedanken spielt, auch mal zu meditieren, dann würde ich sagen: Ja, mach einfach! Aber such dir irgendeine Form von externem Feedback (App, Buch, Freund_in), um gegen die anfänglichen Zweifel à la mache-ich-das-richtig und funktioniert-das-überhaupt anzukommen.

The Obvious Child

Seit ich Sonntag Vormittag vollkommen übermüdet (im Flieger habe ich so wenig wie sonst selten auf einem Langstreckenflug geschlafen, wahrscheinlich nicht mal eine halbe Stunde) in Nanjing ankam, sind nun auch schon wieder drei ganze Tage verstrichen. Und am letzten der drei, heute, waren die Schlangen bei der Einschreibung für Auslandsstudierende auch endlich nicht mehr ganz so lang und bewegten sich fast schon im Schnecken-auf-MDMA-Tempo vorwärts. So bin ich nun endlich im Besitz eines chinesischen Studierendenausweises, eines Stundenplans für meinen Sprachkurs – und einer Bleibe für das nächste halbe Jahr. Denn da ich heute bestätigt bekam, frei zwischen den zwei Campussen (mir fällt gerade ein, daß ich auf genau diesen Plural vor vier Jahren in Peking hinwies) der Nanjing Unversity wählen zu können, entschied ich mich für den Standort außerhalb der Innenstadt, da ich dort auch noch andere Kurse (something something conceptual history something) belegen werde und mir so unter der Woche leidiges Pendeln hoffentlich erspart bleibt (leidiges Pendeln zu privaten Zwecken, um Leute zu treffen oder um auszugehen, wird mich sicher das Semester über begleiten). Jedenfalls bin ich nach der erfolgreichen Einschreibung und des mißglückten Versuchs, ein Bankkonto zu eröffnen (nicht alle benötigten Dokumente dabeigehabt), mit den U-Bahn Linien 4 und 2 aus der Kernstadt raus in Richtung Osten gefahren und an der U-Bahn Station des Xianlin-Campus’ ins erste Maklerbüro spaziert. Gute zwei Stunden später war der Mietvertrag für ein Zimmer mit Bad en suite unterschrieben und meine neue Residenz der Polizei gemeldet. Morgen ziehe ich ein.


In einer Ecke meines Kopfs schwirren irgendwo noch weitere, ganz andere Gedanken zu diesen ersten Tagen herum, aber es gab so viele Dinge zu händeln und so viel Plausch zu plauschen, daß ich vieles noch nicht sortieren konnte; Spaß macht es hier allemal.


Nächstes Ziel: Beim Mietzahltag im Dezember eins von den coolen Kids sein, das per App bezahlt und nicht mit Cash.


Und fürs Techniktagebuch: Um meine Adresse bei der Polizei zu registrieren, sollte ich per WeChat einen QR-Code scannen und selbst die Daten eintragen. Das ging allerdings nicht, weil sich das Formular immer an einer bestimmten Stelle aufhängte und dann nur noch der Zurück-Button funktionierte. Also musste die (Paperwork gegenüber wohl eher abgeneigte) Polizeiangestellte die Daten selbst eintragen – in ein IE-Fenster auf – ich glaube – WinXP, in dem eine lokale Adresse (10.x.y.z) aufgerufen war. In der virtuellen Akte war auch das Bild zu sehen, daß bei der Einreisekontrolle Sonntag Vormittag von mir gemacht worden war.

I love computers!

The case of the 500-mile email

Oh, wie schön ist… Fotos im Blog einbinden

In den letzten Wochen habe ich verschiedene Blogsysteme ausprobiert, um schnell und unkompliziert Bilder vom Phone ins Web zu stellen. Quasi ein plattformloser Ersatz für Instagram. Nach etwas Recherchieren und Ausprobieren musste ich aber feststellen, dass der Plan so nicht aufgeht.

Wunsch 1: Publikum

Immerhin habe ich bereits einen Blog, auf den ich problemlos Bilder stellen kann. Und seien wir ehrlich, schon das hier liest fast niemand. Eine zweite Seite für Bilder würden noch weniger Leute sehen. Dass ich nicht Instagram oder eine andere große Plattform nutzen will, bietet ja genau den Vorteil, alle Inhalte an einer Stelle sammeln zu können.

Wunsch 2: die eierlegende Wollmilchsau

Aber ehrlich gesagt: mir doch egal, wer welche Bilder sieht. Zum großen Teil mache ich das hier alles nur als Hobby für mich selbst. Gäbe es die Kombination aus CMS und App, mit der ich schnurstracks Bilder auf eine schöne eigene Seite hochladen könnte, dann würde ich gerade Bilder hochladen anstatt diesen Text zu schreiben. Tja, aber welches CMS ist weitverbreitet und wird von vielen Apps unterstützt? Ach ja, WordPress. Das CMS mit fehlender nativer Markdown-Unterstützung. Mit Texteingabefeldern, in denen Copy-and-paste nicht funktioniert. Ich weiß, ich weiß… alles eigentlich aushaltbare und lösbare Probleme (Fernostwärts läuft auch auf WP). Aber alles in allem leider zu viele kleine Nervereien, als dass ich damit mehr Zeit als nötig verbringen wollte.

Fazit

Da die verbleibende Auswahl an CMSen und Apps mit Unterstützung für offene APIs recht dürftig aussieht, habe ich schließlich akzeptiert, dass ich vorerst keine keine imposante neue Seite für Bilder aufsetzen werde. Anstelle werde ich sie einfach hier hochladen. Das nachgereichte Bild aus Stockholm (voriger Post) dient als Marker dafür. Und vielleicht schaffe ich es ja irgendwann, die Beiträge in diesem Blog mit Schlagworten auszuweisen, um reine Bild-Posts in einer separaten Übersicht darstellen zu können.

Karlavägen, Stockholm

Teach us to care and not to care

Vor 31 Tagen habe ich angefangen, täglich zu meditieren. Das Vorhaben, regelmäßig zu meditieren, trug ich bereits monatelang mit mir herum, ohne es auch nur ansatzweise in die Tat umzusetzen. Daß es jetzt endlich gefunkt hat zwischen mir und der Meditation liegt an einer App namens Headspace. So skeptisch ich anfangs auch war, es stellte sich schnell heraus, daß das Konzept für mich super funktioniert. Man setzt Kopfhörer auf, wählt in der App eine Sitzung aus (die Länge ist variabel, anfangs zwischen 5–15 min, später 10–20+) und drückt auf Play. Dann spricht eine freundliche, ruhige, joviale Männerstimme Anleitungen, hält aber auch über längere Zeiträume die Klappe.

Der Ablauf der Sitzungen lässt sich grob unterteilen in Ankommen – Körper – Atmen – Körper – Ankommen. Zu Beginn wird mit tiefen Atemzügen und offenen Augen etwas mentaler Freiraum geschaffen, bis man die Augen schließt. Danach richtet man den Fokus auf den eigenen Körper (ich schätze als Stütze für das Fokussieren auf die eigene Wahrnehmung). Im Hauptteil der Übung zählt man seine Atemzüge von eins bis zehn und immer wieder da capo. Die Übung klingt mit einer kurzer mentalen Entspannung ab, woraufhin man die Wahrnehmung wieder auf den eigenen Körper und Umgebungsgeräusche richten soll, um so schon wieder in der Umwelt anzukommen und dann erst die Augen zu öffnen. Dieser fließende Übergang soll es einfacher machen, Erkenntnisse aus der Meditation mit in den Alltag zu nehmen. Insgesamt funktioniert dieser Ablauf für mich hervorragend, auch da die App glücklicherweise ohne einen Hauch Esoterik auskommt. So kamen in diesen 31 Tagen über 400 Minuten im Schneidersitz zusammen.

Aber ich hatte mich ja nicht darauf eingelassen, um Minuten in einer App anzuhäufen, sondern um mich besser zu fühlen. Und dabei hat Meditation mir bisher sehr geholfen. Ich spüre tatsächlich öfter und stärker, was meine Bedürfnisse sind – was mir gut tut und was nicht. Manchmal fällt mir im Alltag auf, daß ich entspannt bin. Oder daß ich entspannen kann. Tatsächlich bin ich auch etwas zufriedener mit mir und meiner Umwelt. In nuce, viele kleine Erfolge für jemanden, der sonst 24/7 mit dem Gefühl noch nicht genug geschafft zu haben durch die Welt rennt.

Also werde ich auch weiterhin jeden Tag eine Viertelstunde still sitzen. Und bei Gelegenheit in einem zweiten Text zum Thema die These aufstellen, daß wir Meditation auch als Luhmannsche Beobachtung zweiter Ordnung verstehen können.

Fernostwärts: HIV Activism in China (EN)

Global Health researcher Sam Geller joins Katharin to talk about HIV activism in China.

rp18: pop goes my heart

Reiflich spät noch ein paar Erinnerungen an die re:publica 2018.

1

Berlin gefällt mir immer besser. Oder zumindest werden die Fortbewegungsmittel immer interessanter. Dieses Jahr konnte ich es sogar vermeiden, Öffis zu fahren. Leihräder und Leihroller haben ausgereicht, um durch die Stadt zu kommen. In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai von Friedrichshain nach Schöneberg zu kommen war zwar etwas abenteuerlich – aber die Reifen des Leihrads hielten den 3km-Scherbenteppich aus.

2

Bei der re:publica selbst hatte sich glücklicherweise nicht viel geändert. Kabinen am selben Ort, Catering am selben Ort, Hof am selben Ort.

Nach wie vor macht es mir aber Mühe, das ganze inhaltlich einzuordnen. Es war wohl politischer (letztes Jahr war mein Highlight Maciej Ceglowskis Vortrag), aber gleichzeitig merkt man eben, daß es sich um eine Konferenz, nicht um einen Parteitag handelt. Soll heißen eine Leitidee suchte man vergeblich und Widersprüche gab es genug. Trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, daß die selben Themen seit Jahren besprochen wurden und selten wirklich etwas zur Entwicklung und Historie von Privatsphäre, Datenschutz und co vorgetragen wurde. Oft wird rhetorisch auf das antike Griechenland oder auf irgendwas mit Erfindung des Buchdrucks rekurriert, um einen möglichst großen Bogen zu spannen; aber das ist dann nur heiße Luft. Was habe ich also mitgenommen? Wir sollten bessere Fragen stellen.

3

Ich hab mal wieder das Karaoke verpasst.

5

Die re:laxation area ist großartig. Die atmosphärische Musik des Smartphone-Cleansing-Rituals schwebt herüber (das ich nicht ausprobiert habe), Sitzsäcke liegen bereit und gedämpftes Licht und offene Fenster sorgen für eine angenehme Umgebung; ein Sommermittag im Halbschatten. Und vor den Fenstern im Innenhof sitzen die Elternblogger und elternbloggen.

6

Das waren wirklich sehr schöne Maitage. Ganz viel ❤️ für das beste Translation Team.

ningwie in Berlin

Fernostwärts: Feminismus in China

Für Folge 30 von Fernostwärts hat Katharin mit der Journalistin Didi Kirsten Tatlow über Feminismus in China gesprochen.

Fernostwärts: LGBTQ Rights in Hong Kong (EN)

Episode 29 of Fernostwärts, in which Katharin talks to Geoffrey Yeung about LGTBQ rights in Hong Kong.

Fernostwärts: LGBTQ in Taiwan

Es gibt eine neue Folge Fernostwärts! Katharin hat mit Filmemacherin Lucie Liu gesprochen, die eine Doku über die LGBTQ-Szene in Taiwan dreht. Für den Film namens TAIPEILOVE* läuft derzeit noch eine Indiegogo-Kampagne.

Myth and Modernity

The drastic individual makeover demanded by the visionaries turned out to require a mass, coerced retreat from failed liberal modernity into an idealized traditional realm of myth and ritual.

Pankaj Mishra

Frühlingserwachen

Weber verweist auf die »desaströsen Befunde«, wie 75 Prozent weniger Insekten und Biomasse innerhalb von 27 Jahren, und auf der anderen Seite auf eine Renaissance des Natürlichen, der Natur. »Es gibt ein Erwachen. Aber die Frage ist: erwachen genügend und genügend Mächtige, so schnell, dass es nicht doch ein böses Erwachen wird?«

Andreas Weber im Dlf

Januar & Februar 2018

Hallo März. Um das schnelle Dahinschwinden des Winters (gut, es hat gerade -7° draußen und die Außenalster ist fast zugefroren) mal positiv zu fassen: in den letzten Wochen schien die Sonne so viel wie selten in Hamburg.


Das Metropolis-Kino setzt auch in diesem Jahr die Serie Screwball Comedies fort, sodass wir vor kurzem It Happened One Night sehen durften, was sehr unterhaltsam war.

Außerdem haben wir uns endlich mal ins Tropenaquarium von Hagenbecks Tierpark getraut, was jeden Cent wert war! Abgesehen von all den Vögeln und Äffchen und anderem nicht-aquatischem Getier, waren insbesondere die Rochen wunderschön anzuschauen. Und ähnlich wie im Kino hat ein längerer Aufenthalt in verdunkelter Umgebung mitten am Tag immer etwas leicht Zauberhaftes an sich, als stünde über dem Eingang ein griechischer Spruch geschrieben.


Anfang Januar verbrachte ich ein Wochenende in der Bretagne, in Rennes, was schön und schön unspektakulär war. La vie-kend en France.

In weiteren Ausflügen ging es Mitte Februar nach Berlin zum Konzert unser aller Lieblingsband Belle & Sebastian, das, wie erwartet, sehr viel Spaß gemacht hat. Keinen Merch gekauft, aber dafür einen neuen Pynchon (Mason & Dixon) beim Kulturkaufhaus.


Die übliche postkongressale Niedergeschlagenheit hielt sich dieses Jahr leider recht lange, aber ging schließlich auch irgendwie vorbei. Es standen in den letzten Wochen viele kleinere und größere Entscheidungen an, von denen ich noch nicht sagen kann, wo sie hinführen werden. Aber ich bin leicht zuversichtlich gestimmt. Wenn der VfB Auswärtsspiele gewinnen kann, kann ich das schon lange. Oder so ähnlich.


Zu guter Letzt habe ich diese Woche zum ersten Mal eine Aufführung von Tod eines Handlungsreisenden gesehen, die vom Thalia Theater ganz ordentlich inszeniert wurde (Abzüge in der B-Note für die unnötigen Gesangseinlagen und andere Kleinigkeiten). Für noch bessere Aufführungen von Schauspielkunst in eurem Zuhause sei schließlich noch MUBI empfohlen, ein Streamingdienst für Filme, bei dem immer 30 Filme zur Auswahl stehen; täglich kommt ein neuer hinzu und der älteste fällt raus. Zurzeit ist dort z.B. noch die nächsten vier Tage lang Dazed and Confused zu sehen – ein herrlicher Film, den ihr euch alle zu Gemüte führen solltet, denn: »It’d be a lot cooler if you did.«

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