The Life Pursuit this is the honest sound of coming down

I love computers!

The case of the 500-mile email

Oh, wie schön ist… Fotos im Blog einbinden

In den letzten Wochen habe ich verschiedene Blogsysteme ausprobiert, um schnell und unkompliziert Bilder vom Phone ins Web zu stellen. Quasi ein plattformloser Ersatz für Instagram. Nach etwas Recherchieren und Ausprobieren musste ich aber feststellen, dass der Plan so nicht aufgeht.

Wunsch 1: Publikum

Immerhin habe ich bereits einen Blog, auf den ich problemlos Bilder stellen kann. Und seien wir ehrlich, schon das hier liest fast niemand. Eine zweite Seite für Bilder würden noch weniger Leute sehen. Dass ich nicht Instagram oder eine andere große Plattform nutzen will, bietet ja genau den Vorteil, alle Inhalte an einer Stelle sammeln zu können.

Wunsch 2: die eierlegende Wollmilchsau

Aber ehrlich gesagt: mir doch egal, wer welche Bilder sieht. Zum großen Teil mache ich das hier alles nur als Hobby für mich selbst. Gäbe es die Kombination aus CMS und App, mit der ich schnurstracks Bilder auf eine schöne eigene Seite hochladen könnte, dann würde ich gerade Bilder hochladen anstatt diesen Text zu schreiben. Tja, aber welches CMS ist weitverbreitet und wird von vielen Apps unterstützt? Ach ja, WordPress. Das CMS mit fehlender nativer Markdown-Unterstützung. Mit Texteingabefeldern, in denen Copy-and-paste nicht funktioniert. Ich weiß, ich weiß… alles eigentlich aushaltbare und lösbare Probleme (Fernostwärts läuft auch auf WP). Aber alles in allem leider zu viele kleine Nervereien, als dass ich damit mehr Zeit als nötig verbringen wollte.

Fazit

Da die verbleibende Auswahl an CMSen und Apps mit Unterstützung für offene APIs recht dürftig aussieht, habe ich schließlich akzeptiert, dass ich vorerst keine keine imposante neue Seite für Bilder aufsetzen werde. Anstelle werde ich sie einfach hier hochladen. Das nachgereichte Bild aus Stockholm (voriger Post) dient als Marker dafür. Und vielleicht schaffe ich es ja irgendwann, die Beiträge in diesem Blog mit Schlagworten auszuweisen, um reine Bild-Posts in einer separaten Übersicht darstellen zu können.

Karlavägen, Stockholm

Teach us to care and not to care

Vor 31 Tagen habe ich angefangen, täglich zu meditieren. Das Vorhaben, regelmäßig zu meditieren, trug ich bereits monatelang mit mir herum, ohne es auch nur ansatzweise in die Tat umzusetzen. Daß es jetzt endlich gefunkt hat zwischen mir und der Meditation liegt an einer App namens Headspace. So skeptisch ich anfangs auch war, es stellte sich schnell heraus, daß das Konzept für mich super funktioniert. Man setzt Kopfhörer auf, wählt in der App eine Sitzung aus (die Länge ist variabel, anfangs zwischen 5–15 min, später 10–20+) und drückt auf Play. Dann spricht eine freundliche, ruhige, joviale Männerstimme Anleitungen, hält aber auch über längere Zeiträume die Klappe.

Der Ablauf der Sitzungen lässt sich grob unterteilen in Ankommen – Körper – Atmen – Körper – Ankommen. Zu Beginn wird mit tiefen Atemzügen und offenen Augen etwas mentaler Freiraum geschaffen, bis man die Augen schließt. Danach richtet man den Fokus auf den eigenen Körper (ich schätze als Stütze für das Fokussieren auf die eigene Wahrnehmung). Im Hauptteil der Übung zählt man seine Atemzüge von eins bis zehn und immer wieder da capo. Die Übung klingt mit einer kurzer mentalen Entspannung ab, woraufhin man die Wahrnehmung wieder auf den eigenen Körper und Umgebungsgeräusche richten soll, um so schon wieder in der Umwelt anzukommen und dann erst die Augen zu öffnen. Dieser fließende Übergang soll es einfacher machen, Erkenntnisse aus der Meditation mit in den Alltag zu nehmen. Insgesamt funktioniert dieser Ablauf für mich hervorragend, auch da die App glücklicherweise ohne einen Hauch Esoterik auskommt. So kamen in diesen 31 Tagen über 400 Minuten im Schneidersitz zusammen.

Aber ich hatte mich ja nicht darauf eingelassen, um Minuten in einer App anzuhäufen, sondern um mich besser zu fühlen. Und dabei hat Meditation mir bisher sehr geholfen. Ich spüre tatsächlich öfter und stärker, was meine Bedürfnisse sind – was mir gut tut und was nicht. Manchmal fällt mir im Alltag auf, daß ich entspannt bin. Oder daß ich entspannen kann. Tatsächlich bin ich auch etwas zufriedener mit mir und meiner Umwelt. In nuce, viele kleine Erfolge für jemanden, der sonst 24/7 mit dem Gefühl noch nicht genug geschafft zu haben durch die Welt rennt.

Also werde ich auch weiterhin jeden Tag eine Viertelstunde still sitzen. Und bei Gelegenheit in einem zweiten Text zum Thema die These aufstellen, daß wir Meditation auch als Luhmannsche Beobachtung zweiter Ordnung verstehen können.

Fernostwärts: HIV Activism in China (EN)

Global Health researcher Sam Geller joins Katharin to talk about HIV activism in China.

rp18: pop goes my heart

Reiflich spät noch ein paar Erinnerungen an die re:publica 2018.

1

Berlin gefällt mir immer besser. Oder zumindest werden die Fortbewegungsmittel immer interessanter. Dieses Jahr konnte ich es sogar vermeiden, Öffis zu fahren. Leihräder und Leihroller haben ausgereicht, um durch die Stadt zu kommen. In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai von Friedrichshain nach Schöneberg zu kommen war zwar etwas abenteuerlich – aber die Reifen des Leihrads hielten den 3km-Scherbenteppich aus.

2

Bei der re:publica selbst hatte sich glücklicherweise nicht viel geändert. Kabinen am selben Ort, Catering am selben Ort, Hof am selben Ort.

Nach wie vor macht es mir aber Mühe, das ganze inhaltlich einzuordnen. Es war wohl politischer (letztes Jahr war mein Highlight Maciej Ceglowskis Vortrag), aber gleichzeitig merkt man eben, daß es sich um eine Konferenz, nicht um einen Parteitag handelt. Soll heißen eine Leitidee suchte man vergeblich und Widersprüche gab es genug. Trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, daß die selben Themen seit Jahren besprochen wurden und selten wirklich etwas zur Entwicklung und Historie von Privatsphäre, Datenschutz und co vorgetragen wurde. Oft wird rhetorisch auf das antike Griechenland oder auf irgendwas mit Erfindung des Buchdrucks rekurriert, um einen möglichst großen Bogen zu spannen; aber das ist dann nur heiße Luft. Was habe ich also mitgenommen? Wir sollten bessere Fragen stellen.

3

Ich hab mal wieder das Karaoke verpasst.

5

Die re:laxation area ist großartig. Die atmosphärische Musik des Smartphone-Cleansing-Rituals schwebt herüber (das ich nicht ausprobiert habe), Sitzsäcke liegen bereit und gedämpftes Licht und offene Fenster sorgen für eine angenehme Umgebung; ein Sommermittag im Halbschatten. Und vor den Fenstern im Innenhof sitzen die Elternblogger und elternbloggen.

6

Das waren wirklich sehr schöne Maitage. Ganz viel ❤️ für das beste Translation Team.

ningwie in Berlin

Fernostwärts: Feminismus in China

Für Folge 30 von Fernostwärts hat Katharin mit der Journalistin Didi Kirsten Tatlow über Feminismus in China gesprochen.

Fernostwärts: LGBTQ Rights in Hong Kong (EN)

Episode 29 of Fernostwärts, in which Katharin talks to Geoffrey Yeung about LGTBQ rights in Hong Kong.

Fernostwärts: LGBTQ in Taiwan

Es gibt eine neue Folge Fernostwärts! Katharin hat mit Filmemacherin Lucie Liu gesprochen, die eine Doku über die LGBTQ-Szene in Taiwan dreht. Für den Film namens TAIPEILOVE* läuft derzeit noch eine Indiegogo-Kampagne.

Myth and Modernity

The drastic individual makeover demanded by the visionaries turned out to require a mass, coerced retreat from failed liberal modernity into an idealized traditional realm of myth and ritual.

Pankaj Mishra

Frühlingserwachen

Weber verweist auf die »desaströsen Befunde«, wie 75 Prozent weniger Insekten und Biomasse innerhalb von 27 Jahren, und auf der anderen Seite auf eine Renaissance des Natürlichen, der Natur. »Es gibt ein Erwachen. Aber die Frage ist: erwachen genügend und genügend Mächtige, so schnell, dass es nicht doch ein böses Erwachen wird?«

Andreas Weber im Dlf

Januar & Februar 2018

Hallo März. Um das schnelle Dahinschwinden des Winters (gut, es hat gerade -7° draußen und die Außenalster ist fast zugefroren) mal positiv zu fassen: in den letzten Wochen schien die Sonne so viel wie selten in Hamburg.


Das Metropolis-Kino setzt auch in diesem Jahr die Serie Screwball Comedies fort, sodass wir vor kurzem It Happened One Night sehen durften, was sehr unterhaltsam war.

Außerdem haben wir uns endlich mal ins Tropenaquarium von Hagenbecks Tierpark getraut, was jeden Cent wert war! Abgesehen von all den Vögeln und Äffchen und anderem nicht-aquatischem Getier, waren insbesondere die Rochen wunderschön anzuschauen. Und ähnlich wie im Kino hat ein längerer Aufenthalt in verdunkelter Umgebung mitten am Tag immer etwas leicht Zauberhaftes an sich, als stünde über dem Eingang ein griechischer Spruch geschrieben.


Anfang Januar verbrachte ich ein Wochenende in der Bretagne, in Rennes, was schön und schön unspektakulär war. La vie-kend en France.

In weiteren Ausflügen ging es Mitte Februar nach Berlin zum Konzert unser aller Lieblingsband Belle & Sebastian, das, wie erwartet, sehr viel Spaß gemacht hat. Keinen Merch gekauft, aber dafür einen neuen Pynchon (Mason & Dixon) beim Kulturkaufhaus.


Die übliche postkongressale Niedergeschlagenheit hielt sich dieses Jahr leider recht lange, aber ging schließlich auch irgendwie vorbei. Es standen in den letzten Wochen viele kleinere und größere Entscheidungen an, von denen ich noch nicht sagen kann, wo sie hinführen werden. Aber ich bin leicht zuversichtlich gestimmt. Wenn der VfB Auswärtsspiele gewinnen kann, kann ich das schon lange. Oder so ähnlich.


Zu guter Letzt habe ich diese Woche zum ersten Mal eine Aufführung von Tod eines Handlungsreisenden gesehen, die vom Thalia Theater ganz ordentlich inszeniert wurde (Abzüge in der B-Note für die unnötigen Gesangseinlagen und andere Kleinigkeiten). Für noch bessere Aufführungen von Schauspielkunst in eurem Zuhause sei schließlich noch MUBI empfohlen, ein Streamingdienst für Filme, bei dem immer 30 Filme zur Auswahl stehen; täglich kommt ein neuer hinzu und der älteste fällt raus. Zurzeit ist dort z.B. noch die nächsten vier Tage lang Dazed and Confused zu sehen – ein herrlicher Film, den ihr euch alle zu Gemüte führen solltet, denn: »It’d be a lot cooler if you did.«

academia.wtf

Fuck academia.edu and the horse it rode in on.

Please don’t use shitty sites that won’t allow anyone to access your content without logging in — especially when that content, e.g. a research paper, is clearly intended to be public.

Podcastempfehlung: Die Sonne über Altona

Die Sonne über Altona ist ein sehr unterhaltsamer Podcast aus (und manchmal über) Hamburg, den ich aus folgenden Gründen empfehlen kann.

Eigentlich handelt es sich bei der Sonne über Altona um einen Laberpodcast (#teamlaberpodcast), aber um einen sehr speziellen. Zum einen sind die Folgen recht kurz, meist so um die 30 Minuten. Zum anderen beschränken sich Alina und Timm sehr gut auf das jeweilige Thema.

Apropos Thema, die Themensetzung ist großartig. Mal ein Film, mal bestimmte Eigenschaften von Filmen. Oder doch ein paar Beispielparagrafen aus dem BGB. Bis hin zu safer sex und Sexismus.

Timm und Alina haben eine super Dynamik und widersprechen oder missverstehen sich auch mal sehr gerne (was – Disclaimer – sehr authentisch ist, ich kenne die beiden nämlich).

In 🥜: Tolle Gespräche über tolle Themen von tollen Leuten. Und sogar die Musik ist selbst von Alina geschrieben und produziert.

Derzeit hält der Podcast noch murmeltierartig Winterschlaf, ideal also, um die 33 bisherigen Folgen nachzuhören. Folge 1 über Ampeln sei euch ans Herz gelegt. Neue Folgen sollen ab dem 8. März folgen.

☀️

1993/27/2018

Letzte Woche gab das Theatre du Strasbourg ein Gastspiel am Thalia: »1993« hieß das Stück. Wir sahen es am Donnerstag.

Mit junger Besetzung, circa 15 Personen auf der Bühne, gab ein Chor Texte über das Ende der Geschichte und die Zukunft Europas von sich. Am Ende stellten sich die saufenden Erasmusstudierenden dann als Euronazis heraus. Was hier – absichtlich verkürzt – schmerzhaft bis unerträglich klingen mag, war auf der Bühne tatsächlich eine der besten Produktionen, die ich in den letzten Jahren sehen durfte. Sehr eindrückliches Theater. Aber um die Details dieses Stücks soll es hier nicht gehen.

Was uns nun beschäftigen soll ist die Jahreszahl, die sich für den Titel des Stücks heranziehen ließ. 1993, dort als Ausgangspunkt für eine genuin post-Kalter-Krieg Generation, eine post-europäische-Kriege-miterlebt Generation, feiert nun – 2018 – ihren 25. Geburtstag. Und auch wenn ich mich nicht persönlich ganz so sehr mit dem Jahr identifizieren kann, sehe ich schon die Motivation, hier eine historische Demarkation zu ziehen.

Ich fand die Idee sehr schön, nicht auf fahlen, alten Klischees wie ​‘68 oder ​‘89 zu beharren und stattdessen subtilere Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu suchen. Gefunden werden sie allemal. Selbst Tocotronic besingen auf ihrem gerade erschienen neuen Album das Jahr 1993. Dort mit scharfer Dankbarkeit für das kathartische Moment, die Errettung aus der »Schwarzwaldhölle«. Wir sehen, daß durchaus Vorsicht geboten ist bei diesen Zahlenspielchen. Allzu leicht gerät man in sehr, sehr seichte Gewässer.


Kontrastiere ich dagegen mein eigenes Alter, so fällt mir zu 27 nichts ein, das mir Anstöße geben würde. Die ausgelatschten Schlappen des Club of 27 mögen im Schuhschrank bleiben. Aber sonst? Bankgebühren werden einem nun zugesprochen, Jugendorganisationen von Parteien einer verwehrt. Vielleicht das letzte Jahr, in dem man noch nicht auf die 30 zugeht. Ihr merkt, mir fällt dazu wirklich nichts ein. Ich wünschte mir aber doch ein Motto fürs neue Kalender- und Lebensjahr und notgedrungen lautet es nun wie folgt:

My tower is made of the finest ivory.

Of course, it’s a Tower of Song.

Finally!

Photo: Lennon Ying-Dah Wong, CC BY-NC-ND 2.0

Fernostwärts is back!

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